Leipzig schafft sich!

Wie meinte der Kollege heute in der Innenstadt „Hier könn‘ se nich parken, der Zebrastreifen is für ne polizeiliche Maßnahme reserviert“. Endlich hat es mir mal einer verklickert, ich wollte schon immer wissen, wozu alle Nase lang der Zoo auf die Straßen gemalt wird. Der freundliche Herr im schwarzen Overall mit leuchtend weißer Schrift und einer Dienstnummer auf den Schultern hat mir da aus seinem blau-weißen Diensttruck meinen persönlichen Erkenntnisgewinn für heute vermacht. Wozu tausend Nazi-Spinner doch gut sind?
Sind eben doch nicht alle böse!
Und sie schaffen Deutschland auch nicht ab; sie sorgen höchsten dafür, dass die Leipziger sich Sorgen machen. Ernsthafte. Gewaltige. Friedliche.
Mein Leipzig lob‘ ich mir… da ist halt echt was los.
Die einen marschieren rechtsrum, die anderen sitzen bei der Hundekälte auf den Straßenbahnschienen und wieder andere haben es sich bei einem Tässchen Heeßen am Fensterbrett gemütlich gemacht. Dann gibt es noch die, die in der Oper Balla Balla Hofball feiern und die, die im Red Bull Zentralstadion auch Balla Balla veranstalten. Kleinmesse, Lachmesse, Comedymesse – eine einzige Messestadt ist das Klein-Paris heute am 16. Oktober Zweitausendzehn.
Dabei hatte ich heute Schlimmes befürchtet: Drei Mörder wurden justament zu 12 Jahren Knast verdonnert, weil sie einen jungen Mann zusammengeschlagen, die EC-Karte geklaut, angezündet, verbrannt, in eine Tonne verfrachtet und in einem Fluss versenkt hatten. In dieser Reihenfolge. Vielleicht dachten die Richter, drei mal zwölf ist auch lebenslänglich? Bei guter Führung…
Na gut, lassen wir das; das Sächsische OVG in Bautzen hat es gerade bestätigt: Niemand darf in Leipzig marschieren, weder im Gleichschritt, noch mit ausgestrecktem Arm. Das Brandenburger Tor bleibt wo es ist. Suchen zwecklos.
Der Beschluss der Richter ist unanfechtbar.
Schöne Heile Welt!