Der Politische Asche-Mittwoch, Folge 7 ‚Rotlichtüberwachung‘

Die Diskussion in und um Leipzig zur Drogenpolitik, siehe auch unsere letzte Kolumne, ebbt nicht ab. Warum auch? Polizei gegen Stadt, Fahnder gegen Streetworker, Junkies gemeinsam mit Betreuern – die Positionen sind verhärtet bzw. keiner hört dem anderen zu, von Verstehen ganz zu schweigen. Am Ende wird wohl reines Heroin frei auf Rezept erhältlich sein, wie in der heutigen LVZ der Kriminologe Christian Pfeiffer fordert. Die Ersatzdroge Methadon ist einfach nicht gut genug für die abhängig Kranken!
Was ist der nächste Schritt? Kinder aus armen und am Rande der Gesellschaft lebenden Familien werden zu Therapiezwecken an Kinderschänder, Vergewaltiger und sonstige Sexualkranke „verfüttert“, unter strenger Kontrolle und auf Rezept natürlich?
Frage ist, wer hier wirklich krank ist, vielleicht die Gesellschaft oder auch nur deren gewählte Lokalpolitiker, die einen Zusammenhang von permanent steigender Raub- und Überfallrate einerseits und Beschaffungskriminalität andererseits vehement abstreiten? Sehenden Ohres übrigens, denn die wenigen, verurteilten Kleinkriminellen geben unumwunden zu, 80 – 100 Euro täglich stehlen müssen, damit der Rauschpegel nicht unter Null fällt.

Ganz anders da Kommissar Ludwig.
Nein, auch wenn es danach klingt, Kommissar Ludwig ermittelt nicht im Auftrag von Sherlock Holmes oder Agatha Christie, ganz klassisch ist er ein von seinem Vorgesetzten mit einer Angelegenheit oder Aufgabe, hier per Befehl beauftragter Beamter (nach Wikipedia), beauftragt mit der Rotlichtüberwachung!
Wenn ich persönlich mir unter Rotlicht auch immer etwas anderes vorgestellt habe… zum Beispiel einen schulterschmerzstillenden Patienten beim Arzt, so werden wir hier im O-Ton eines besseren belehrt:

http://is.gd/aVAeUp

Vorschlag für die Leipziger Polizei im Allgemeinen und für Kommissar Ludwig im besonderen:
Künftig nicht mehr hinter Reklameschildern verstecken und den Rotlicht- oder anderweitigen Sündern klamm- und stillheimlich auflauern, sondern gut sichtbar, für jeden potentiellen Sünder im Ampel- und Kreuzungsbereich postieren. Warum? Dann kann der Auftrag der Gefahrenvermeidung besser umgesetzt werden. Das Geldsäckel bleibt vielleicht ein wenig schmaler, aber die Tageszeitungen haben mehr Platz für aktive Berichterstattung, weil weniger Unfälle in die Klatschspalten wandern.
Ein Schild „Achtung Rotlichtüberwachung“, ein festinstallierter Pappkamerad mit Platz für einen mobil dort werkelnden Beamten mit kommissarischen Aufgaben und schon geht die Sünderzahl gegen Null. Aufgabe erfüllt, liebe Leipziger Polizei.
Den Musikwunsch erfüllen wir natürlich gern, dazu das komplette Interview, alles gemeinsam am 2. Dienstag im Juni auf rockradio.de in der Sendung memorygigs ab 20 Uhr.
(c)casus
Die Karikatur wurde mir freundlicherweise von Harm Bengen zur Verfügung gestellt.