Atomausstieg light…

Da liegt sie nun auf dem Tisch, jedenfalls so gut wie! – Die Klage des schwedischen Energieriesen Vattenfall gegen die deutsche Bundesregierung, eingereicht beim Schiedsgericht für Investitionsstreitigkeiten (ICSID) in Washington. Begründung: Vernichtung von Vermögenswerten durch Ausstieg aus der Atomenergiegewinnung.
Dabei sind die Forderungen der Energiekonzerne (auch E.on und RWE prüfen Klagen) nachvollziehbar und das Klima für Milliardenzahlungen äußerst günstig. In Zeiten, wo Billionenbürgschaften keinen mehr vom angewärmten Sessel hochtreiben, ist bestimmt noch Platz für einen kleinen Energie-Kuchen. Schließlich will die Merkelsche Christ-line auch nach 2013 weiter an den Machthebeln drehen und bei sinkender Volkszustimmung (laut neuesten Umfragewerten wollen nur noch gut ein Drittel der Deutschen die heile CDU-Führerin an der Regierungsspitze sehen; lt. Forsa im Stern-Auftrag) werden die geld- und machtsichernden Großkonzerne an langer Leine gnädig gehalten.

Dass aber ausgerechnet die beiden Vattenfallschen Pannenmeiler Krümmel und Brunsbüttel als Vermögen eingestuft und nicht als Altlast entsorgt werden, scheint der Konzernspitze komplett abzugehen. Man kanns ja mal versuchen!

Und – man hat es in letzter Zeit ja auch schon erfolgreich praktiziert: 2009 wurde der Hamburger Senat mit angedrohten Entschädigungszahlungen zur Rücknahme von Umweltauflagen beim Betrieb des Kohlekraftwerkes Moorburg gezwungen. Betreiber: Vattenfall. Bingo!

Was nun haben wir davon?
Solange für Millionen deutsche der Strom aus der Steckdose und das Geld von der Bank kommt, bleiben alle ökonomischen und gesellschaftlichen Alternativen Wunschdenken am Reißbrett der Weltverbesserer. Konsequentes Wechseln zum Ökostromanbieter, Barvermögen zu Kleinbanken, Sparkassen oder gleich unters Kopfkissen…
Schöner Traum. Revolution light…
(c)casus. 2011

Die Karikatur wurde mir freundlicherweise von Harm Bengen zur Verfügung gestellt.